Vergütung im Praktikum – Das musst du wissen

Vergütung im Praktikum – Das musst du wissen



In der Vergangenheit wurden Praktikanten nur selten für ihre Arbeit entlohnt. Seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat sich das geändert. Allerdings gilt der Anspruch auf diesen nicht für jede Form eines Praktikums, weshalb die meisten Schüler, Azubis und Studenten auch weiterhin oftmals nicht in einer angemessenen Form für ihre Aufgaben entschädigt werden.


Wer keinen Mindestlohn bekommt


Die erste Einschränkung bezüglich des neuen Gesetzes bezieht sich auf euer Alter: Nur, wenn ihr älter als 18 Jahre alt seid, könnt ihr mit einer Bezahlung rechnen. Somit soll vermieden werden, dass junge Leute auf eine Berufsausbildung verzichten, weil sie mit einem Praktikum genauso viel Geld verdienen können. Eine Ausnahme gibt es jedoch, wenn man bereits eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann. In diesem Fall stehen euch mindestens 8,50 Euro je Stunde zu.

Ein weiteres Kriterium ist die geplante Dauer des Praktikums. Wollt ihr für weniger als drei Monate in ein Unternehmen hineinschnuppern, werdet ihr ebenfalls auf ein Gehalt verzichten müssen. Denn nur, wenn ihr länger in einer Firma mitarbeitet, rechnet sich für diese eure Einarbeitungszeit. Darum ist sie auch erst dann verpflichtet, euch den Mindestlohn zu zahlen.

Anders sieht es aus, wenn euer Praktikum von der Schule, dem Ausbildungsbetrieb oder der Hochschule vorgeschrieben wird, es sich also um ein Pflichtpraktikum handelt. In diesem Fall habt ihr grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Vergütung.


Veränderungen in der Praktikumslandschaft


Indem der Mindestlohn nicht nur für Festangestellte, sondern ebenso für Praktikanten gilt, soll vermieden werden, dass hochqualifizierte Absolventen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Studiums als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden.

Diese Idee funktioniert in der Theorie jedoch besser als in der Praxis. Denn, wie zu beobachten ist, werden viele Praktikumsstellen einfach auf ein viertel Jahr begrenzt, sodass die Regelung des Mindestlohns keine Anwendung findet. Ein weiterer Nachteil ist, dass ebenso viele Praktikumsangebote nur Auszubildenden oder Studierenden vorbehalten sind, da diesen ebenfalls weiterhin kein Lohn gezahlt werden muss und bei den Unternehmen somit weniger Kosten aufkommen.

Diese Entwicklung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass man ab sofort keine Chance mehr auf ein freiwilliges, bezahltes Praktikum hat. Gerade in begehrten Branchen wie Marketing oder Journalismus müsst ihr vielleicht etwas länger danach suchen und euch vielleicht gegen mehr Bewerber durchsetzen, aber insgesamt betrachtet ist der Bedarf an Praktikanten nach wie vor hoch.

Das gilt vor allem für große Unternehmen, die auf diesem Weg oftmals gleich spätere Arbeitnehmer für einen Job in ihrem Betrieb begeistern möchten.

Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass ihr eines nicht vergessen solltet: Natürlich ist es wichtig, für die Arbeit, die man in einer Firma leistet, angemessen entlohnt zu werden. Schließlich muss man ja irgendwie jeden Monat seine Miete und andere Kosten begleichen. Dennoch solltet ihr bei der Wahl eures Praktikums nicht nur auf die Bezahlung achten, sondern auch darauf, wie viel ihr dabei lernen könnt.



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