Was kostet ein Studium


Studienkosten? Die Studiengebühren wurden doch wieder abgeschafft? Das stimmt, dennoch musst du recht tief in die Tasche greifen, wenn du in Deutschland ein Studium absolvieren möchtest. Es ist zwar lange nicht so arg in den USA, wo die Absolventen total verschuldet in den Job starten müssen, aber dennoch ist ein Studium auch bei uns kein Pappenstiel.


Semesterbeiträge sind keine Studiengebühren


Jedes Semester musst du einen Semesterbeitrag leisten. Je nach Hochschule liegt der bei 85 bis 290 Euro. Diese Summe enthält die Beiträge für die Verwaltungskosten, die Sozialbeiträge, mit denen das Studentenwerk unterstützt wird, und das Semesterticket. Nutzt die viel die öffentlichen Nahverkehrsmittel und die Regionalzüge, lohnt sich dieser Beitrag sehr schnell für dich. Im Schnitt zahlen Studenten für andere Tickets etwa bei der Bahn noch einmal vierzig Euro im Monat drauf, was deutlich günstiger ist als die Kosten für ein Auto: Als Autofahrer müsstest du rund 100 Euro im Monat für Versicherung und Benzin einrechnen.


Miete und Nebenkosten


Natürlich musst du irgendwo unterkommen, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnen bleiben möchtest. Eine eigene Wohnung leisten sich die wenigsten Studenten, eher ziehen sie in Wohngemeinschaften zusammen oder direkt in ein Studentenwohnheim. Mit Glück zahlst du hier nur etwa 160 Euro im Monat, allerdings kann dein Mietanteil auch leicht auf 360 Euro oder mehr steigen. Beziehst du allein eine Wohnung, kann diese Zahl auch noch deutlich höher ausfallen.

Wie hoch die Miete ist, hängt natürlich von der Art der Wohnung ab, von ihrer Ausstattung und ihrer Lage. Besonders stark zu Buche schlägt aber die Stadt, in der du studierst. In Leipzig etwa und auch in Berlin kannst du günstigen Wohnraum finden, während das in Hamburg, München und Frankfurt eher schwierig ist.


Mensa oder selber kochen?


Ob du in der Mensa essen oder selbst kochen möchtest, hängt von deinen Vorlieben ab – und ein kleines bisschen auch vom Geld. Am allergünstigsten ist es natürlich immer noch, mit ausgewählten Zutaten selbst zu kochen. Das sind oft einfache Mahlzeiten aber sie sättigen. In der Mensa kannst du sichergehen, dass du abwechslungsreiche und günstige Mahlzeiten vorgesetzt bekommst. Allerdings summiert es sich schnell, wenn du hier mit Kommilitonen zusammen isst und sie später noch auf einen Kaffee (oder drei) bleiben möchten. Insgesamt solltest du für Lebensmittel pro Monat rund 150 bis 170 Euro veranschlagen.


Lernen und Kommunikation


Für die Uni musst du dir gar nicht so viele Dinge zulegen: Viel Material findest du im Netz, und den Großteil der Lektüre kannst du in der Unibibliothek ausleihen oder kopieren. Für Lernmaterial musst du also monatlich nur zwischen 20 und 60 Euro veranschlagen (pass auf, dass du die geliehenen Bücher nicht nach der Frist zurückgibst – für viele Studenten macht die Strafgebühr in diesem Posten einen entscheidenden Faktor aus!).

Allerdings brauchst du als Student inzwischen zwingend Internet. Die meisten Meldungen zu laufenden Veranstaltungen findest du online, Professoren schicken Aufgaben per Mail oder über Seiten der Universität. Außerdem fügt ihr so am einfachsten Gruppenarbeiten zusammen, wenn ihr euch nicht treffen könnt. Auch im sozialen Miteinander sind die Messenger aktuell das Mittel der Wahl.

Viele Mobilfunk- und DSL-Anbieter haben extra Tarife für Studenten, sodass du hier nur kurz vergleichen musst und dich für ein günstiges Angebot entscheiden kannst. Allerdings musst du auch immer noch die Rundfunkgebühr mit in Betracht ziehen: Bekommst du kein BAföG, kannst du dich nicht davon befreien lassen. Entsprechend liegen die Ausgaben für Kommunikation und Internet bei etwa 30 bis 35 Euro.


Die Krankenversicherung


Bist du noch unter 25 Jahre alt und verdienst pro Monat nicht mehr als 450 Euro kannst du weiterhin über deine Eltern krankenversichert sein. Das ist bequem, denn so fallen für dich keine Extrakosten an. Ab deinem 25. Geburtstag geht das nicht mehr, aber die studentischen Krankenversicherungen sind noch immer günstiger als die normalen.

Auch hier lohnt sich ein Vergleich: In manchen Fällen zahlst du in privaten studentischen Krankenversicherungen niedrigere Beiträge als in gesetzlichen, während gleichzeitig mehr Leistungen angeboten werden. Es lohnt sich also, wenn du dich mit dem Thema ein wenig beschäftigst! Monatlich solltest du rund 160 Euro veranschlagen, wenn du dich selbst versichern musst.


Kleidung und Freizeit


Ab und zu braucht jeder mal neue Kleidung. Die wenigsten Studenten können der Shoppingleidenschaft in vollen Zügen nachgeben, aber rund 50 bis 150 Euro im Monat solltest du schon mit einrechnen: Hier muss es ein paar neue Winterschuhe sein, da brauchst du für den Sommer ein paar Shirts – das rechnet sich.

Hast du Hobbys, denen du in deiner Freizeit nachgehen möchtest, musst du hier und da Clubbeiträge zahlen. Kleiner Tipp: Als Sportskanone guck dich am besten im Angebot deiner Universität um. Viele Hochschulen haben ein breites Angebot an Sportarten, und die Beiträge sind gering. Außerdem lernst du so viele spannende Leute kennen, mit denen du bereits ein Interesse teilst.

Gerade für Neulinge an der Uni ist der gemeinsame Sport daher ein guter Anknüpfungspunkt. Doch nicht nur Sport, sondern auch Konzerte, Kneipenabende oder Tanznächte stehen auf dem Programm. Durchschnittlich rechnet man pro Student etwa 60 bis 70 Euro an Kosten für Freizeitvergnügen ein. Als Partyking oder -queen liegst du natürlich schnell darüber.


Die Kosten pro Monat


Kaum jemand schafft es, bei allen Punkten den niedrigst möglichen Betrag zu zahlen. Bist du sparsam unterwegs, kannst du mit etwa 600 Euro im Monat auskommen, wer kann, gibt leicht schon einmal das Doppelte aus. Immerhin siehst du hier, in welchen Bereichen die Sparmöglichkeiten liegen. Es gibt aber auch Punkte, die ein Studium deutlich verteuern können.


So wird das Studium richtig teuer


Die relativ geringen Studienbeiträge können stark ansteigen, wenn du deine Regelstudienzeit zu stark überziehst: Brauchst du mehr als vier Semester länger, fallen Zusatzgebühren für dich an, zumindest in Bremen, Niedersachsen, Thüringen, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Da diese in der Höhe zwischen 400 und 800 Euro pro Semester liegen, lohnt sich ein zügiges Studium.

Ein Studium an einer privaten Hochschule oder Fernhochschule solltest du nur mit einem ausreichenden finanziellen Polster beginnen: Hier kann das Semester dich zwischen 500 und knapp 12.000 Euro kosten, je nachdem, wo und was du studieren möchtest. Du musst dich also genau informieren!

Weiterführende Informationen zum Thema Studienfinanzierung:



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