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    Worum handelt es sich bei Freiwilligenarbeit?


    Freiwilligenarbeit ist, wie der Name schon sagt, eine Arbeit, die du freiwillig und unentgeltlich durchführst. Vor allem in Entwicklungsländern ist sie gern gesehen. Allerdings gibt es auf allen Erdteilen Projekte, für die du dich einsetzen kannst.


    Welches sind die Grundvoraussetzungen?


    Die meisten Projekte für Freiwilligenarbeit richten sich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Das heißt aber nicht, dass du dich nicht auch einbringen kannst, wenn du jünger oder älter bist! Einige Projekte sind gezielt für jüngere Leute konzipiert, andere auch auf Leute über 30 oder 50 Jahren zugeschnitten, und auch für Senioren gibt es entsprechende Programme: Wie alt die helfende Hand ist, interessiert kaum jemanden, solange sie nur da ist.

    Du solltest weltoffen, flexibel und anpassungsfähig sein. Zwar kannst du auch bei Projekten innerhalb Europas aushelfen, aber viele Freiwillige gehen in weit entfernte Länder und gänzlich fremde Kulturen, um ihren Horizont zu erweitern und Neues zu lernen.

    Es kann durchaus sein, dass du hier auf Gepflogenheiten und Traditionen oder kulturelle Besonderheiten triffst, die dir nicht gefallen. In solchen Fällen musst du bedenken, dass du zum Helfen vor Ort bist und nicht, um den Menschen ihre Lebensweise zum Vorwurf zu machen.

    Bei vielen Projekten brauchst du keine besonderen Fähigkeiten. Es genügt, dass du hilfsbereit bist, anpacken willst und ein offenes Ohr hast. Je nach Kultur wird man dir kaum Anweisungen geben. In solchen Fällen fragst du einfach nach, wo gerade Hilfe benötigt wird und was du tun kannst. Weiterhin brauchst du auf jeden Fall freie Zeit für das Projekt und Geld, um die Reise und den Aufenthalt zu bezahlen.


    Bezahlen? Für Freiwilligenarbeit?


    Ohne Kosten geht der Aufenthalt für dich leider nicht vonstatten. Du bekommst relativ günstig eine Unterkunft und deine Verpflegung, und abgeholt wirst du in den meisten Fällen auch. Die Organisationen können es sich aber nicht leisten, dich ohne Unkostenbeitrag aufzunehmen, dazu fehlt ihnen einfach das Geld.

    Wie hoch die Kosten für dich werden, hängt ganz davon ab, in welches Land du gehen und welches Projekt du wie lange unterstützen möchtest. Für allgemeine Angaben sind die Beträge zu unterschiedlich.


    Was liegt dir?


    Grundsätzlich solltest du überlegen, welche Art von Arbeit dir besonders liegt. Was findest du wichtig, in welchen Punkten würdest du die Menschen gern unterstützen? Mögliche Bereiche, in denen du in der Freiwilligenarbeit tätig werden kannst, sind etwa

    • - Kinderbetreuung
    • - Unterricht
    • - Umweltschutz
    • - Tierschutz
    • - Meeresschutz
    • - Gesundheit
    • - Bau und Infrastruktur
    • - Tourismusentwicklung
    In manchen Projekten überschneiden sich die Bereiche auch, etwa, wenn du Kinder sowohl betreust als auch unterrichtest, oder wenn der Ausbau der Infrastruktur mit der Tourismusentwicklung Hand in Hand geht.

    Es gibt immer auch ganz besondere Projekte, in denen du deine speziellen Fähigkeiten beweisen kannst, etwa, wenn du Sportprogramme unterstützt. Du kannst gezielt nach deinem Traumprojekt suchen, ob du nun Pandas in China schützen helfen möchtest oder die Situation von Haien vor der Küste Südafrikas verbessern willst.

    Hast du nur wenig Zeit, nimmst du am besten an einem der Programme teil, die Freiwilligenarbeit schon ab zwei oder drei Wochen ermöglichen. In den meisten Fällen ist der Aufenthalt von drei Wochen an aufwärts konzipiert.


    Mögliche Kombinationen


    Je nachdem, was du studierst oder studieren willst, kannst du unter Umständen deine freiwillige Arbeit auch als Praktikum anerkennen lassen. Hier solltest du dich im Vorfeld aber genau bei den entsprechenden Programmen und deiner Universität erkundigen – klappt das nämlich nicht, kann es sein, dass du die auf jeden Fall sehr erfahrungsreiche Zeit im Nachhinein als verschwendet empfändest. Und das wäre schade, denn eigentlich soll dich die Freiwilligenarbeit bereichern.

    Möchtest du möglichst viel vom Land sehen, kannst du deine freiwillige Arbeit auch mit einer Rundreise verbinden. Manche Programme ermöglichen es dir, einige Wochen lang durch ein Land zu reisen und an verschiedenen Stationen mitzuhelfen. Auch mit einem Sprachkurs kannst du deinen Aufenthalt verbinden.

    Eine spezielle Art der Freiwilligenarbeit findet in Workcamps statt: Hier arbeiten viele meist junge Menschen aus zahlreichen verschiedenen Nationen Hand in Hand. Diese Programme eignen sich vor allem zur Verständigung mit Leuten aller Nationalitäten und schulen dich im Teamwork.


    Welche Länder bieten sich für Freiwillienarbeit an?




    Organisationen und Programme


    Wenn du nach einem spannenden Projekt suchst, das du für eine Weile unterstützen kannst. Es gibt in Deutschland wie auch in anderen Ländern verschiedene Entsendeorganisationen, die dir bei der Suche nach dem passenden Projekt helfen und viele gute Ratschläge für dich haben. Unter Umständen kannst du auch Zuschüsse beim Staat beantragen. Zu den Organisationen zählen unter anderem

    • - der Europäische Freiwilligendienst
    • - das Freiwillige Soziale Jahr
    • - das Freiwillige Ökologische Jahr im Ausland
    • - kulturweit
    • - weltwaerts
    • - die Internationale Entwicklungshilfe
    • - die Internationalen Freiwilligendienste im Ausland
    • - der Andere Dienst im Ausland
    Bist du in der Kirche engagiert und hast Lust, in diesem Umfeld im Ausland tätig zu werden, kommen für dich auch

    • - das Diakonische Jahr im Ausland
    • - Missionar auf Zeit
    • - Friedensdienste weltweit – Aktion Sühnezeichen e.V.
    • - Friedensdienst für Ältere im Ausland
    infrage. Grundsätzlich solltest du dir Zeit nehmen und die Organisationen sorgfältig miteinander vergleichen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten, die auf dich zukommen, sondern auch um die Betreuung, die dir angeboten wird.


    Was musst du im Vorfeld bedenken?


    Auf jeden Fall brauchst du für deine Freiwilligenarbeit im Ausland einen gültigen Reisepass und eine Auslandskrankenversicherung. Weißt du schon, dass du in einem sozialen Projekt tätig werden möchtest, solltest du auch ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen. Und wenn du den Meeresschutz unterstützen möchtest, musst du ein gesundheitliches Attest mitbringen. Dein Teamleiter muss wissen, ob du an bestimmten Beeinträchtigungen leidest.

    Keine Angst, das heißt nicht, dass du nicht tauchen darfst – er muss nur über alle Umstände informiert sein. Erfrage immer vor einer Entscheidung für ein Projekt, ob du noch andere Dokumente mitbringen musst. Je nach Land werden auch unterschiedliche Impfungen fällig.


    Was bringt dir die Freiwilligenarbeit?


    Viel Arbeit ohne Entlohnung – warum solltest du das tun? Da wäre zuerst einmal der Blick über den Tellerrand. Du verlässt deine Komfortzone und lässt dich auf etwas vollkommen Neues ein. Was du tust, ist sinnvoll und hat für viele Menschen einen tatsächlichen Mehrwert. Du bekommst einen Einblick in eine fremde Kultur und in Lebensumstände, den du als bloßer Tourist nie bekommen würdest.

    Du findest heraus, was für eine Power und Flexibilität in dir steckt. Du lernst Dinge, von denen du bisher keine Ahnung hattest, und erweiterst laufend deinen Horizont. Das ist bei aller Anstrengung wunderschön und eine einmalige Erfahrung.

    Und (last but not least!) du kannst diese Erfahrung bei der Jobsuche später gewinnbringend einsetzen. Unternehmer ersehen aus diesem Punkt in deinem Lebenslauf, dass du teamfähig und weltoffen bist, sozial engagiert und wahrscheinlich auch sprachbegabt.

    Sie bauen darauf, dass du in der Fremde gelernt hast, Situationen und Menschen unvoreingenommen zu betrachten und Probleme aus unterschiedlichen Winkeln anzugehen. Kurz, die Auslandserfahrung durch die Freiwilligenarbeit ist eine der bestmöglichen Empfehlungen!


    Alternativen zur Freiwilligenarbeit




    Externe Angebote