FAQ Freiwilligenarbeit -
Das solltest Du wissen!

Sprachreisen sind eine gute Alternative zum Auslandspraktikum, wenn es noch an Sprachkenntnissen mangelt.

Was bringt mir Freiwilligenarbeit?

Viel Arbeit ohne Entlohnung – warum solltest du das tun? Da wäre zuerst einmal der Blick über den Tellerrand. Du verlässt deine Komfortzone und lässt dich auf etwas vollkommen Neues ein. Was du tust, ist sinnvoll und hat für viele Menschen einen tatsächlichen Mehrwert. Du bekommst einen Einblick in eine fremde Kultur und in Lebensumstände, den du als bloßer Tourist nie bekommen würdest. Du findest heraus, was für eine Power und Flexibilität in dir steckt. Du lernst Dinge, von denen du bisher keine Ahnung hattest, und erweiterst laufend deinen Horizont. Das ist bei aller Anstrengung wunderschön und eine einmalige Erfahrung. Und (last but not least!) du kannst diese Erfahrung bei der Jobsuche später gewinnbringend einsetzen. Unternehmer ersehen aus diesem Punkt in deinem Lebenslauf, dass du teamfähig und weltoffen bist, sozial engagiert und wahrscheinlich auch sprachbegabt. Sie bauen darauf, dass du in der Fremde gelernt hast, Situationen und Menschen unvoreingenommen zu betrachten und Probleme aus unterschiedlichen Winkeln anzugehen. Kurz, die Auslandserfahrung durch die Freiwilligenarbeit ist eine der bestmöglichen Empfehlungen!

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Die meisten Projekte für Freiwilligenarbeit richten sich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Das heißt aber nicht, dass du dich nicht auch einbringen kannst, wenn du jünger oder älter bist! Einige Projekte sind gezielt für jüngere Leute konzipiert, andere auch auf Leute über 30 oder 50 Jahren zugeschnitten, und auch für Senioren gibt es entsprechende Programme.

Du solltest weltoffen, flexibel und anpassungsfähig sein. Zwar kannst du auch bei Projekten innerhalb Europas aushelfen, aber viele Freiwillige gehen in weit entfernte Länder und gänzlich fremde Kulturen, um ihren Horizont zu erweitern und Neues zu lernen. Es kann durchaus sein, dass du hier auf Gepflogenheiten und Traditionen oder kulturelle Besonderheiten triffst, die dir nicht gefallen. In solchen Fällen musst du bedenken, dass du zum Helfen vor Ort bist und nicht, um den Menschen ihre Lebensweise zum Vorwurf zu machen.

Bei vielen Projekten brauchst du keine besonderen Fähigkeiten. Es genügt, dass du hilfsbereit bist, anpacken willst und ein offenes Ohr hast. Du solltest viel eigene Initiative zeigen und nachfragen, wo gerade Hilfe benötigt wird und was du tun kannst. Weiterhin brauchst du auf jeden Fall freie Zeit für das Projekt und Geld, um die Reise und den Aufenthalt zu bezahlen.

Warum muss ich für Freiwilligenarbeit bezahlen?

Hast du dich ein bisschen mit Freiwilligenarbeit auseinandergesetzt, ist dir sicher schon aufgefallen, dass du für alle Programme etwas bezahlen musst. Vielen Menschen erscheint das erst einmal seltsam: Wenn man sich schon bereit erklärt, für eine bestimmte Zeit ohne jeden Lohn zu arbeiten, warum sollte man dann auch noch draufzahlen? Die Antwort ist einfach: Jeder Freiwillige verursacht auch Kosten.

Mit welchen Kosten muss ich auf jeden Fall rechnen?

Einige Dinge musst du grundsätzlich bezahlen, wenn du im Ausland in einem Projekt mithelfen willst. Dazu zählen:

  • Flug
  • Visum
  • Reiseapotheke
  • Ausflüge vor Ort
  • Versicherungen

Gegebenenfalls kommen noch ein Sprachkurs, die Beförderung vom Flughafen oder Bahnhof zum Projekt sowie Unterkunft und Verpflegung hinzu. Letzteres übernehmen manche der Projekte, andere wiederum nicht. Hier musst du dich also im Vorfeld genau informieren.

Was machen Vermittlungsorganisationen?


Einige Projekte vergeben die Suche nach geeigneten Freiwilligen an Vermittlungsorganisationen. Diese sind ganz normale Unternehmen, die ihre Büros und Mitarbeiter haben, ihre Mieten und Löhne zahlen müssen und dir eine Menge bürokratischen Aufwand abnehmen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Diese Organisationen haben viel Erfahrung und kümmern sich bestmöglich um dich. Manche von ihnen besorgen dir Flüge und Versicherungen, suchen dir die passende Unterkunft, bringen dich sicher von A nach B und stellen dir auch vor Ort einen Ansprechpartner für alle möglichen Fragen. Häufig organisieren sie auch Veranstaltungen oder Sprachkurse für die Freiwilligen. So viel Service hat natürlich seinen Preis. Freiwilligenarbeit vermitteln zum Beispiel:

Warum sind Entsendeorganisationen oft günstiger?

Wendest du dich an staatliche Entsendeorganisationen wie etwa den Europäischen Freiwilligendienst, FSÖ/FSJ, weltwärts oder kulturweit, kannst du im Gegensatz zu den Vermittlungsorganisationen einiges an Gebühren sparen. Auch hier hilft man dir mit den notwendigen Unterlagen und weiß, wo es Projekte gibt, die deinen Vorstellungen entsprechen.Allerdings musst du dich hier selbst etwas mehr einbringen – vielleicht nicht die schlechteste Übung, wenn du eine Zeit lang in der Fremde ganz auf eigenen Beinen stehen willst? Häufig aber müssen die Aufenthalte eine bestimmte Länge aufweisen, informiere dich also auf den jeweiligen Websites über die Voraussetzungen, die du mitbringen musst.

Gibt es für Freiwilligenarbeit Fördermöglichkeiten?

Wenn du deine Freiwilligenarbeit im Ausland als Praktikum für dein Studium anrechnen lassen kannst, solltest du überprüfen, ob dir vielleicht aus Ausland-BAföG zusteht. Auch gibt es Stipendien für Praktika, die in internationalen Organisationen abgeleistet werden – wenn du weißt, wohin es gehen soll, kannst du gezielt suchen. Gehst du über eine kirchliche Organisation ins Ausland, erhältst du ebenfalls oft finanzielle Förderungen.

Bekomme ich während der Freiwilligenarbeit Kindergeld?

Kannst du nachweisen, dass deine Freiwilligenarbeit in einem Zusammenhang mit deinem Berufswunsch oder deinem Studium steht, kannst du sie dir mit Glück als Praktikum anrechnen lassen. In diesem Fall bekommst du dein Kindergeld weiter ausbezahlt, und zwar für weitere sechs Monate! Damit das klappt, musst du aber erst die Bescheinigung einholen und bei der zuständigen Familienkasse einreichen. Mach das am besten unverzüglich, sobald du dein Traumprojekt gefunden hast.

Kann ich meinen Freiwilligendienst auch auf eigene Faust organisieren?

Bist du ein Organisationstalent, bringst du Flexibilität und eine gute Portion Gelassenheit mit, wenn etwas nicht auf Anhieb perfekt funktioniert, dann kannst du deine Freiwilligenarbeit im Ausland auch ganz allein planen. Dafür suchst du dir das passende Projekt aus und kontaktierst die Leute selbst. Du erfragst bei ihnen, welche Unterlagen du für die Arbeit brauchst und sprichst am besten auch mit den Fachkräften in der jeweiligen Botschaft: So kannst du sichergehen, dass du nicht auf halbem Weg stecken bleibst, weil du etwas übersehen hast. Du kümmerst dich um den Flug und die Beförderung zum Projekt. Auch für deine Unterkunft sorgst du selbst. Auf diese Weise kannst du die Kosten so gering wie möglich halten.

In welchen Bereichen kann ich arbeiten?

Grundsätzlich solltest du überlegen, welche Art von Arbeit dir besonders liegt. Was findest du wichtig, in welchen Punkten würdest du die Menschen gern unterstützen? Mögliche Bereiche, in denen du in der Freiwilligenarbeit tätig werden kannst, sind zum Beispiel:

  • Kinderbetreuung
  • Unterricht
  • Umweltschutz
  • Tierschutz
  • Meeresschutz
  • Gesundheit
  • Bau und Infrastruktur
  • Tourismusentwicklung

In manchen Projekten überschneiden sich die Bereiche auch, etwa, wenn du Kinder sowohl betreust als auch unterrichtest, oder wenn der Ausbau der Infrastruktur mit der Tourismusentwicklung Hand in Hand geht. Es gibt immer auch ganz besondere Projekte, in denen du deine speziellen Fähigkeiten beweisen kannst, etwa, wenn du Sportprogramme unterstützt. Du kannst gezielt nach deinem Traumprojekt suchen, ob du nun Pandas in China schützen helfen möchtest oder die Situation von Haien vor der Küste Südafrikas verbessern willst. Hast du nur wenig Zeit, nimmst du am besten an einem der Programme teil, die Freiwilligenarbeit schon ab zwei oder drei Wochen ermöglichen. In den meisten Fällen ist der Aufenthalt von drei Wochen an aufwärts konzipiert.

Kann ich Freiwilligenarbeit als Praktikum anerkennen lassen?

Je nachdem, was du studierst oder studieren willst, kannst du unter Umständen deine freiwillige Arbeit auch als Praktikum anerkennen lassen. Hier solltest du dich im Vorfeld aber genau bei den entsprechenden Programmen und deiner Universität erkundigen – klappt das nämlich nicht, kann es sein, dass du die auf jeden Fall sehr erfahrungsreiche Zeit im Nachhinein als verschwendet empfändest. Und das wäre schade, denn eigentlich soll dich die Freiwilligenarbeit bereichern.

Kann ich Freiwilligenarbeit mit einem Sprachkurs oder einer Rundreise kombinieren?

Möchtest du möglichst viel vom Land sehen, kannst du deine freiwillige Arbeit auch mit einer Rundreise verbinden. Manche Programme ermöglichen es dir, einige Wochen lang durch ein Land zu reisen und an verschiedenen Stationen mitzuhelfen. Auch mit einem Sprachkurs kannst du deinen Aufenthalt verbinden.

Eine spezielle Art der Freiwilligenarbeit findet in Workcamps statt: Hier arbeiten viele meist junge Menschen aus zahlreichen verschiedenen Nationen Hand in Hand. Diese Programme eignen sich vor allem zur Verständigung mit Leuten aller Nationalitäten und schulen dich im Teamwork.

Welche Organisationen und Programme bieten Freiwilligenarbeit an?

Wenn du nach einem spannenden Projekt suchst, das du für eine Weile unterstützen kannst. Es gibt in Deutschland wie auch in anderen Ländern verschiedene Entsendeorganisationen, die dir bei der Suche nach dem passenden Projekt helfen und viele gute Ratschläge für dich haben. Unter Umständen kannst du auch Zuschüsse beim Staat beantragen. Zu den Organisationen zählen unter anderem:

  • der Europäische Freiwilligendienst
  • das Freiwillige Soziale Jahr
  • das Freiwillige Ökologische Jahr im Ausland
  • kulturweit
  • weltwaerts
  • die Internationale Entwicklungshilfe
  • die Internationalen Freiwilligendienste im Ausland
  • der Andere Dienst im Ausland

Bist du in der Kirche engagiert und hast Lust, in diesem Umfeld im Ausland tätig zu werden, kommen für dich auch folgende Möglichkeiten infrage:

  • das Diakonische Jahr im Ausland
  • Missionar auf Zeit
  • Friedensdienste weltweit – Aktion Sühnezeichen e.V.
  • Friedensdienst für Ältere im Ausland

Grundsätzlich solltest du dir Zeit nehmen und die Organisationen sorgfältig miteinander vergleichen. Dabei geht es nicht nur um die Kosten, die auf dich zukommen, sondern auch um die Betreuung, die dir angeboten wird.

Was muss ich vor der Reise bedenken?

Auf jeden Fall brauchst du für deine Freiwilligenarbeit im Ausland einen gültigen Reisepass und eine Auslandskrankenversicherung. Weißt du schon, dass du in einem sozialen Projekt tätig werden möchtest, solltest du auch ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen. Und wenn du den Meeresschutz unterstützen möchtest, musst du ein gesundheitliches Attest mitbringen. Dein Teamleiter muss wissen, ob du an bestimmten Beeinträchtigungen leidest. Keine Angst, das heißt nicht, dass du nicht tauchen darfst – er muss nur über alle Umstände informiert sein. Erfrage immer vor einer Entscheidung für ein Projekt, ob du noch andere Dokumente mitbringen musst. Je nach Land werden auch unterschiedliche Impfungen fällig.

Welche Alternativen zur Freiwilligenarbeit gibt es?